Esther-Lisette Ganz
geb. 1950 in Ipsach BE /Schweiz 1966-1970 Kantonale Kunstgewerbeschule Biel. 1972 erste Künstlerkontakte in Biel und erste Ausstellung Ring 5 Biel
Gruppenausstellungen:
Zu den
Bildern von Esther-Lisette Ganz
Die Bilder der Künstlerin sind leicht zugänglich. Die Farben laden ein zum Hinsehen, die Dinge sind präzise gezeichnet, die Bildelemente klar unterscheidbar: Figuren, bemusterte Bänder, Zeichen und Symbole, strukturierte Flächen. Aber da ist auch eine intensive Kraft, eich flächiges Getümmel, Tiefe. Spannungen und Irritationen liegen in der comic-haften, heiteren und witzigen Zeichnung. Augen schauen fast unerträglich offen, wissend und fragend. Die Bilder zeigen eine Welt der Künstlerin in der sie selber lebt. Wohnung, Haus und Garten von Esther-Lisette Ganz sind ein ort der Kräfte und Energien, der besonderen Menschen, Tiere, Objekte, Farben und Muster. Die Gegenstände des täglichen Lebens und alles Schmückende sind mit traumhafter Sicherheit spielerisch und nachhaltig zu einem Ganzen gestaltet. Die Bilder die dort entstehen, sind nur ein Element davon. Was ist die Realität, wenn diese selbst ein Bild ist? Wie kann ein Bild die Objekte einer Realität abbilden, wenn es selber ein Teil davon ist? Was ist das Teil und was das ganze? Sind es Bilder des Friedens oder der Angst? Sind die nackten Strichmenschlein mit ihren ausgreifenden Gesten geborgen oder verworfen, vom Untergang bedroht oder von Kräften getragen? Jedes Bild ist im gewissen Sinne ein Portrait. Aber Portrait von wovon? Was ist ein Mensch? Da gibt es auch Mischwesen, Menschengestalten mit einem oder drei Armen, mit Pflanzenhaften Gliedern, und Tiere, Sonnen, Monde mit beseeltem Blick.
Vielleicht sind die Augen das Wichtigste. Die wechselseitige Blicklinie von uns zu ihnen und zurück bildet eine direkte Bahn mitten in jedes Bild hinein. Die Gefühle, die wir in den Blicken der Figuren lesen, sind unser eigenes Erleben der Bilder. Aber eigentlich sind es doch nicht Portraits, denn die Figuren stehen nicht im Vordergrund, sondern sind nur ein Bildelement unter anderen Bildelementen, Teil eines größeren Ganzen, das ohne sie nicht vollständig wäre, in dem sie aber nicht dominieren. Gebannt durch die vielfältigen, auf einfachen Formen aufgebauten Muster der Flächen, die den Raum strukturieren. Es ist nicht übertrieben zu behaupten, dass diese das gleiche zeigen, was heute die Wissenschaft in ihren aktuellsten Theorien auszusagen versucht: dass alles Form, Rhythmus, Harmonie hat- oder ist-, auch der "leere" Raum , dass das Leere nicht leer ist.Bei den neueren Arbeiten wird auf faszinierende Weise eine Weltsicht immer deutlicher, die davon ausgeht, dass es eigentlich kein "Innen" und kein "Aussen" gibt, wohl aber alles durchziehende Strukturen. Dass zwischen "Objekten" und "Raum". zwischen Belebtem und Materie, eine tiefe Einheit besteht. Charles Lombard
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